
Wenn eine Alt-Bundesrätin
und eine amtierende Bundesrätin (unter krasser Missachtung der Kollegialität),
wenn linke Politiker und Parteien, Hilfswerksvertreter, Leute "aus der
Wirtschaft", Kulturschaffende, Pfarrer, Bischöfe, Politiker und
Rechtsprofessoren behaupten, die Asylvorlage sei "menschenverachtend"
und "unchristlich" und wir würden Menschen "obrigkeitlich
verhungern, verdursten und erfrieren" lassen, dann ist das reine Demagogie.
Ob dahinter parteipolitische Absichten, eine verfehlte Ideologie, naives Gutmenschentum
oder andere Beweggründe stehen, muss den Absendern überlassen werden.
Mit dem Asylgesetz, das man in diesen Kreisen offenbar nicht oder sehr schlecht
gelesen hat, haben solche Behauptungen nichts zu tun.
Am häufigsten kolportiert wird die Unwahrheit, Asylbewerber "ohne
Pässe" würden "künftig ohne Asylverfahren weggewiesen"
und quasi ins Elend geschickt. Tatsache ist gemäss Artikel 32 Asylgesetz,
dass ein Asylverfahren auch dann durchgeführt wird, wenn der Gesuchsteller
keine Reise- oder Identitätspapiere abgibt, sofern er das Fehlen der
Papiere glaubhaft begründen kann. Zudem findet in jedem Fall eine Anhörung
(im Beisein eines Hilfswerksvertreters) statt, und es besteht in jedem Fall
eine Rekursmöglichkeit. In den Empfangsstellen sind sogar Listen mit
Rechtsberatungsstellen aufgehängt.
Es ist wohl kein Zufall, dass es für Veranstalter von kontradiktorischen Podiumsgesprächen sehr schwierig ist, Referenten von der gegnerischen Seite zu finden. Offenbar ist es einfacher, irgendwelche Behauptungen zu kolportieren als persönlich und mit Fakten in der Öffentlichkeit anzutreten.
Wer das Asylgesetz unvoreingenommen liest, stellt fest, dass der Bundesrat und das Parlament eine Vorlage geschaffen haben, welche unsere Asyltradition hochhält und unser Land für Scheinflüchtlinge und Schlepper unattraktiv macht. Profitieren werden die echten Flüchtlinge, die tatsächlich an Leib und Leben gefährdet sind. Jene Kreise, die dennoch gegen das Gesetz sind, sollen sich zumindest an die Fakten halten.